Auszug aus dem Katalogtext

Laterne: Die nächste Ausstellung in der Galerie Laterne wird mit Jörg Seifert sein - und zwar am 20.11.2017 um 19.30 Uhr. Wir erstellen dazu einen Katalog und wollen uns mit einem Gespräch dem Künstler annähren und seine Schaffensart dem Betrachter verständlicher machen. Dazu sind wir nach Annaberg-Buchholz gereist und sitzen nun in seinem Atelier bei einem guten Kaffee. Wir kennen uns schon sehr lange und man weiß scheinbar viel voneinander - wenn man aber genauer hinschaut, dann fragt man sich schon, was kann ich sicher von dir sagen? Vielleicht ist es daher ganz gut, alles nochmal von vorne zu durchdenken.

 

Ich glaube, die grundsätzliche Idee in deiner Arbeit scheint der Anspruch zu sein, etwas völlig Neues, Ungesehenes, nie Dagewesenes in der Malerei bzw. Grafik zu schaffen. Ein fertiges oder werdendes Bild wird danach überprüft, inwieweit es in solcher Gestalt schon einmal existiert oder nicht - unabhängig davon, ob es selbst eine Schönheit ist. Nicht Illusion ist gefragt, sondern die nackte Wahrheit hinter der Wahrheit. Die Reduktion auf den ursprünglichsten Antrieb bei sich selbst und bei anderen. Ein Bohrer, der sicher auch auf einen schmerzenden Nerv trifft: "Es könnte doch sein, dass sich alles hinter einer Illussion versteckt, dass alles eine Illusion ist!" Diese bangen Fragen scheint man zu spüren. Und die hessesche Antwort: "Du musst deinen Weg selbst finden." wird sicher akzeptiert - aber wie soll das gehen? Diese Fragen durchziehen, aus meiner Sicht, deine Arbeit. Wie siehst du dich in der Beziehung selbst, wie siehst du deine Arbeit selbst, was treibt dich an?

 

 

 

Jörg Seifert: Es sind Versuche in vielfältige Richtungen. Der Antrieb ist der Zweifel, du hast es ja auch mit der Frage des Hinterfragens schon geäußert, das ist natürlich so ein Ansatz. Du hast es natürlich viel besser formuliert, so gut kann ich es natürlich nicht. - Lachen -

 

>>> Text Lesung Laterne 4.12.2017

Fotos: Reiner Lenk