1961..................

1977 - 79...........

1979 - 82...........

1985 - 90...........

1990 - 2002.......

 

seit 1993...........

seit 1986...........

 

Gudrun Höritzsch ist in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz geboren

Ausbildung zur Wirtschaftskauffrau

Abendstudium an der HfBK Dresden, ab da Autodidakt

Nebentätigkeit in der Altenpflege

Mitaufbau einer künstlerischen Werkstatt in Wilischthal Arbeit für die Denkmalpflege im Bereich Stuck- und Steinsanierung sowie Vergoldung 

lebt und arbeitet in Wilischthal Atelier mit Druckwerkstatt

Ausstellungen und -beteiligungen u.a. in Ansbach, Aichach, Berlin, Chemnitz/K.-M.-Stadt, Coburg, Dresden, Frankfurt a.M., Freiberg, Gera, Hof, Köln, Leipzig, Lodz/Polen, Meerane, Most und Prag/Tschechien, München, Paris/Frankreich, Tampere/Finnland, Templin, Winterthur/Schweiz, Wismar, Zwickau


Fragen an Gudrun Höritzsch

 

1. Red.: Du hast jahrelang schon vor der Ausstellung künstlerisch gearbeitet, aber wie mir damals erschien mehr im Schatten deines damaligen Mannes Jürgen. War diese Ausstellung im Atelier Schüller deine erste Personal-ausstellung und hat sie mit zur Emanzipation beigetragen?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu. 1. Ich denke z. B. an eine intensive Zusammenarbeit mit Barbara Köhler (Lyrikerin) in den 80èr Jahren. Daraus entstand u.a. die erfolgreiche „Elektra-Mappe“. Im selben Jahr (zu Atelier Schüller) gab es auch eine Einzelausstellung in Leipzig.

 

2. Red.: Du hast dich schon immer mit Holzschnitten beschäftigt und in schöner Regelmäßigkeit bekomme ich von dir auch jetzt noch eine Neujahrsgrafik. Was hat dich so fasziniert am Holzschnitt, dass du damals wie heute immer wieder auf diese Technik zurückgreifst?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 2. Das Material Holz mit seiner Lebendigkeit fasziniert mich; die gewachsenen Strukturen. Vor allem altes gebrauchtes Material, wie Schrank- oder Küchenbretter. Da steckt Geschichte drin, und das nutze ich für meine Arbeit.

 

3. Red.: Dir wird immer mal vorgeworfen, dass du mit deinen Arbeiten eine große Nähe zu dem Werk von Gerhardt Altenbourg hast. Damals schienst du mir aber weiter weg als jetzt. Wie siehst du dich selbst, ist er für dich ein Anreger oder hast du die Sachen mehr aus dir heraus - folgerichtig entwickelt und es ist einfach naheliegend, dass durch die Technik automatisch Bezüge entstehen?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 3. Wenn man will, gibt es oberflächlich gesehen die Nähe zu G.A. in meiner grafischen Arbeit. Aber das ist nur eine Seite. Ich arbeite sehr unterschiedlich – technisch gesehen. Eher sehe ich eine „Verwandtschaft“ in der Lebensart oder wie immer man das nennt – da gibt es den Wald vor der Haustür – Berge – Wiesen. Die Zwiesprache mit der Natur bei täglich langen Spaziergängen. Das Aufnehmen und Umsetzten von Eindrücken, die so nicht sichtbar sind.

 

4. Red.: Auch von dir haben wir noch ein Ausstellungsplakat gefunden. Darauf steht, dass Edgar Walz Texte gelesen hat. Wie bist du auf ihn gekommen und kannst du dich erinnern, wie sich deine Bilder mit seinen Texten verbunden haben? Oder anders gefragt, was hat dich an Edgar Walz beeindruckt?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 4. Ich glaube, das war deine Idee. Ich kannte E. W. vorher nicht und hatte auch keine Ahnung was er schreibt

 

5. Red.: Die Musik zur Vernissage spielte AG Geige, die Band mit den Masken. Welche Erinnerungen hast du an ihren Auftritt dort in der Ausstellung?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 5. Den Auftritt zur Ausstellung kann ich auch nicht mehr zuordnen. Aber natürlich habe ich AG Geige erlebt. Originell fand ich immer die Texte.

 

6. Red.: Hast du jemals das Gefühl gehabt, dass diese Galerie überwacht wird, und dass daraus für dich Gefährdungen entstehen konnten?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 6. Da war ich zu selten in der Fritz-Reuther-Str. im Vergleich zu Euch, die dort gearbeitet haben. Ich kannte das nur aus deinen Berichten – die Bauwagengeschichte vorm Haus. Das Gefühl hatte ich eher zu Hause in Reichenhain. Unter unserer Wohnung war so eine ABVAmtsstube, und irgendwas lag immer in der Luft. Das war ein Nest, wie sich später herausstellte.

 

7. Red.: Kannst du dich noch genau erinnern, welche Arbeiten du ausgestellt hast und sind denn in dieser Ausstellung jemals Arbeiten von dir verkauft worden?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 7. Nachdem ich die Arbeiten raus gekramt habe, nehme ich an, Holzschnitte und Tusche/Kreide Arbeiten. Keine Ahnung, ob da was verkauft wurde.

 

8. Red.: In einer weiteren Ausstellung wurden auch die Mappen A3 vorgestellt. Sicher hast du das auch als Plattform für die Öffentlichkeit genutzt. Denn man muss noch dazu sagen, dass Künstler, die nicht im VBK der DDR waren, eigentlich keine Erlaubnis hatten auszustellen und zu verkaufen. Waren diese Ausstellung und die A3 Mappen die einzigen Möglichkeiten damals, sich öffentlich mit seinen Arbeiten zu zeigen?

 

Gudrun Höritzsch:

Zu 8. Ja für mich war das ein Ersatz für Ausstellungen. Da waren die Treffen in Wohnungen und man hat Leute kennengelernt. Ich habe mich auf jede neue Mappe gefreut. Manchmal denke ich, dass heute Vieles überbewertet wird. Aber um die Zeit und dazugehörige Umstände zu begreifen, sind diese Mappen sehr nachhaltig.

 

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