Fragen an Michael Stelzer

 

1. Red.: Du hast eine Ausstellung zusammen mit der Renate Linke und dem Uwe Roscher in dem ehemaligen Atelier Schüller 1988 gemacht. Kannst du dich noch erinnern wie es zu der Zusammenstellung der Künstler kam und was habt ihr damals ausgestellt?

 

Michael Stelzer:

Zu 1. Soweit ich weiß, hat die Renate Linke sowie ich Ölbilder ausgestellt, die sie in Hainichen gemalt hat. Ich denke, ihre Kunst könnte man als naiv einschätzen. Die Zusammenstellung der Künstler hat sich daraus ergeben, dass meine Bilder gut mit Renate Linkes Bildern zusammengepasst haben. Leider kann ich mich nicht mehr an Uwe Roschers

Arbeiten erinnern.

 

2. Red.: Es gibt auch keine hinterlassenen Nachrichten, was wohl zur Vernissage abgelaufen ist. Kann sein, das Robert Linke, der damalige Mann von Renate, dessen Berufsbezeichnung „Komponist“ war, etwas zur Eröffnung beigetragen hatte?

 

Michael Stelzer:

Zu 2. Es gibt bei mir auch nicht mehr die Erinnerung, dass Rob Linke etwas dazu beigetragen hat, was die Eröffnung betrifft. Was ich eher annehme ist, dass Robert Linke etwas zur Vermittlung von Renate beigetragen hat. Das heißt, vielleicht hätte sie ohne Robert L. nicht selbständig sich beteiligen können.

 

3. Red.: Leider haben wir zu den beiden anderen Ausstellern keinen Kontakt mehr. Was waren das für Leute und womit haben die sich aus deiner Sicht beschäftigt?

 

Michael Stelzer:

Zu 3. Was ich von Renate weiß, ist, dass sie in Hainichen in einem Holzbetrieb an einer Kurztaktpresse die Furnier oder Folie auf Spanplatten gepresst hat, gearbeitet hat. Ich habe selbst an einer solchen Presse in Karl.-Marx-Stadt gearbeitet. Es ist eine monotone Akkordarbeit. Man muss nun dem Robert Linke zu gute halten, dass er sie davon befreit hat und zum Malen gebracht hat. Was Uwe Roscher betrifft, weiß ich noch, dass er viel mit Holz gearbeitet hat. Am Rabensteiner Oberstausee hat er Bühnen für Veranstaltungen zusammen gezimmert. Ansonsten war er ziemlich vielseitig. Hat vieles gemacht und ausprobiert z. B. Schnaps brennen.

 

4. Red.: Dein Bruder Andreas Stelzer, der leider verstorben ist, hat auch eine Einzelausstellung im Atelier Schüller gehabt. Weißt du noch, was er gezeigt hatte und was wurde zur Eröffnung veranstaltet?

 

Michael Stelzer:

Zu 4. Wie ich meinen Bruder kenne, hat er damals mehr Ölbilder und Zeichnungen gemischt ausgestellt. Meines Bruders Arbeiten waren immer sehr dynamisch und lebendig, voller Bewegung. Meine und meiner Schwester ihre sind etwas statischer. Und doch war es immer so, dass zwischen Andreas und mit so etwas wie abgucken stattgefunden hat. Das heißt im Klartext, dass er von mir etwas übernommen hat und ich von ihm. Das hat eine Weile ganz gut funktioniert.

 

5. Red.: Es gab noch einen, der hat ab und zu bei Vernissagen eine Rede gehalten hat - Edgar Walz. Wie hast du ihn damals gesehen?

 

Michael Stelzer:

Zu 5. Ich halte Edgar Walz für einen Redner der seine Ausführungen gut durchdenkt. Er konzentriert sich auf das Wesentliche. Da ist nichts Überflüssiges. Hat er auch in seiner Funktion als Laienprediger bewiesen. Ich schätze auch seine Lyrik.

 

6. Red.: Du hast uns für unsere jetzige Ausstellung eine Mappe mit Zeichnungen gebracht. Einige Zeichnungen sind von damals und einige von heute. Bei dir wie bei auch den meisten Künstlern, die hier mit ausstellen, ist die Anlage, der Duktus der Zeichnung eigentlich schon Mitte der achtziger Jahre da. Und nun 25 Jahre später sind alle Arbeiten intensiver, kräftiger und konsequenter ausgearbeitete. Eine Entwicklung ist deutlich abzulesen. Eigentlich ist es schade, dass da so wenig nach außen dringt. Warum diese Zurückhaltung?

 

Michael Stelzer:

Zu 6. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich mich nur einmal für eine Ausstellung beworben in der Galerie Borssenanger, bin aber leider abgelehnt worden. Habe das zwar nicht verstanden. Mir wurde auch kein Grund genannt. Dann habe ich keine weiteren Versuche unternommen. Nur mit meinem Bruder gab es 2005 eine Ausstellung in der Galerie, die ein Erfolg war. Hatte damals alle Zeichnungen verkaufen können. Der Organisator war Frank Maibier. Was für mich wichtig ist, der Prozess des Malens. Alles andere ist zweitrangig. Ab und zu verkaufe ich auch an Freunde und Bekannte.

 

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